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Event-DJ Freddy Arévalo – Samsung IFA Break 2016 – Berlin

Mein 1. Einsatz als Event-DJ in Berlin

Als Event-DJ aus Hessen für einen Einsatz in Berlin gebucht werden. Damit ist ein kleiner großer Traum für mich in Erfüllung gegangen.

Heute möchte ich euch von meinem ersten Einsatz als Event-DJ in Berlin berichten. Mein persönliches Highlight des Jahres 2016. Nicht, dass Hochzeiten keine Highlights wären, das sind sie jedes Mal. Ganz besondere und emotionale Partys. Aber als Ende Mai die Anfrage für den Einsatz in Berlin für Samsung reinkam, war ich erst einmal völlig aus dem Häuschen!

Ich schickte das Angebot raus und es folgten schlaflose Nächte und ewiges Warten. Ich war sehr aufgeregt, noch nie hatte ich so eine wichtige Anfrage. Partys mit über 1500 Gästen sind kein Neuland für mich gewesen, aber wenn eine Anfrage für einen Einsatz im Rahmen der weltweit führenden Messe für Consumer Electronics und Home Appliances (IFA) reinkommt, dann darf man auch als erfahrener Event-DJ etwas aufgeregt sein!

Anfang Juli kam die Auftragsbestätigung. Drei Mal dürft ihr raten wer singend und tanzend durch die Wohnung gelaufen ist. Ab dann wurde jeder 2. Satz mit „ich fahre nach Berlin“ beendet, betont und/oder angefangen. Ihr hättet euch doch auch so gefreut, oder?

Bis zum Event waren es noch Monate hin, aber in meinem Kopf war ich schon längst auf der Bühne, hinter meinem Pult und bin sämtliche Partyszenarien durchgegangen. Ich fing an mich verrückt zu machen. Also beschloss ich, nicht mehr daran zu denken. Das half. Ich buchte meine Fahrkarten und ließ das Thema ruhen.

Als Event-DJ deutschlandweit tätig zu sein. Ein Traum.

Und da war ich am Sonntag 04. September in Berlin um 11:30 Uhr, der ICE aus Frankfurt war pünktlich, mein erstes Mal 1. Klasse gefahren (der Sparpreis war günstiger als die normalen Tickets in der 2. Klasse). Ich wurde von meiner besten Freundin am Bahnhof abgeholt. Wir hatten uns länger nicht mehr gesehen, so hatten wir etwas Zeit miteinander. Der Soundcheck war erst um 16:30 Uhr.

Ich hatte meinen guten Freund und DJ-Kollegen Erick gefragt, ob er mich begleiten und mit mir auflegen möchte. Er sagte sofort zu und damit war klar, dass es „entspannter“ werden würde. Zu zweit aufzulegen ist nicht ganz einfach. Die Chemie muss stimmen, man muss als Event-DJ dem DJ-Partner vertrauen und sich absolut darauf verlassen, dass der andere ebenfalls voll und ganz bei der Sache ist. Man inspiriert einander und pusht sich gegenseitig, so entsteht eine coole Verbindung zwischen den DJs und die Party profitiert davon.

Erick und ich haben schon öfter zusammen aufgelegt und haben einen sehr ähnlichen Musikgeschmack. Das kommt nicht oft vor. Ich kenne außer Erick nur 2-3 DJs, mit denen ich mir die Bühne ohne Bedenken teilen würde.

Nachdem wir unser Equipment aufgebaut und getestet hatten, haben wir uns die Location genauer angeschaut. Das ewerk in Berlin ist ein ehemaliges Umspannwerk, ein „Ort für Events mit höchsten funktionalen und ästhetischen Ansprüchen. Eine der bekanntesten Eventlocations Berlins mit hoher internationaler Ausstrahlung.“ Sehr beeindruckend.

Dank der tadellosen Organisation und Planung von Upstairs – Agentur für Markeninszenierungen und Events, strahlte das ewerk in einem grandiosen Licht. Es gab Live – Musik von tollen Künstlern, einen Magier, leckeres Essen, mehrere Bars, Kühlschränke, aus denen man sich einfach selbst bedienen konnte, viele Menschen und selbstverständlich eine Menge Samsung-Produkte, die von den sehr hilfsbereiten Mitarbeitern vorgestellt und erklärt wurden. Es war an alles gedacht.

Ein großartiges Konzept und eine professionelle Umsetzung bedeuten immer ein gelungenes Event.

Bei Upstairs kennt man das Wort „Zufall“ nicht, nicht umsonst sind sie seit nun mehr als 20 Jahren erfolgreich im Geschäft. Das Team hat ein wirklich erstaunliches Event auf die Beine gestellt, das mit einem krönenden Abschluss enden sollte, nämlich der Party.

Gegen 22:30 Uhr wurde die Bühne von Señor Marküsen abgebaut, wir waren gleich nach seinem Act dran. Die Jungs von Klinkert + Volk waren echt flink, in knapp 10 Minuten haben sie die runde Bühne zum Teil abgebaut, verlegt und unser DJ-Equipment auf der umgebauten Bühne platziert. Klasse Jungs. Eine Veranstaltungstechnikfirma, mit der ich als Event-DJ jederzeit wieder zusammenarbeiten würde.

Erick war etwas aufgeregt, ich war ruhig. Fast zu ruhig. Ich hatte mich schließlich genug damit beschäftigt, was man auf dieser Party spielen könnte. Im Laufe des Tages bin ich mehrmals durch die Menschenmenge gegangen, ich hatte mir das Publikum angeschaut, dem einen oder anderen Gespräch gelauscht und mich mit den Gästen unterhalten, um so ein Gefühl für das Publikum zu bekommen. Ich verschaffte mir einen guten Eindruck von den Gästen und dieses Bild kam mir sehr bekannt vor. Sie waren alle irgendwo zwischen 25 und 65, ähnlich wie auf Hochzeiten, das war eine große Hilfe. Mit dem Publikum kenne ich mich aus, dachte ich mir.

Meine Werkzeuge als Event-DJ: Erfahrung, Beobachtungsgabe, Skills, eine breit gefächerte Musikbibliothek und hochwertige Technik.

Als ich mit meiner besten Freundin durch Berlin gelaufen bin, ist mir nicht entgangen, wie die Menschen sich dort kleiden, wie sie sich stylen und wie Berlin eben so ist. Ganz besonders. Jeder versucht so individuell wie nur möglich zu sein, bloß kein Mainstream. Und da dachte ich mir: „Wenn hier jeder so besonders ist, dann ist es ja nicht wirklich was Besonderes ‚besonders’ zu sein“. Klingt verrückt, oder?

Wenn Berlin, diese Weltmetropole, Mekka für DJs und Home von Kalkbrenner so gar nicht Mainstream ist, dann ist Mainstream zu spielen doch auch eine Besonderheit, oder? Also entschied ich mich relativ spontan mit „Kiss“ von Prince die Tanzfläche zu eröffnen. Erick gefiel die Idee. Die Rechnung ging auf, der gute alte Prince hat´s eben drauf, es dauerte nicht lange und schon tanzten die Ersten. Als 2. Song spielte ich „Another One Bites the Dust“ von Queen, dieser fette Bass ertönte und lockte weitere Tänzer auf die Tanzfläche. Anschließend spielte ich Cameos Word Up und Uptown Funk von Mark Ronson, spätestens mit dem 5. Song war alles klar und die Tanzfläche gehörte mir. Billie Jean ist eben ein Klassiker und Michael Jackson nun mal „The King of Pop“.

Der Abend verlief unglaublich gut, die Gäste hatten Lust zu feiern, Erick und ich wechselten uns immer wieder ab und lieferten dem Publikum einen Hit nach dem nächsten. Zwischendurch kamen Gäste, um sich bei uns zu bedanken, man würde diese Musik in Berlin gar nicht mehr zu hören bekommen, hieß es. Es gab Charts, House, 90s, Hip-Hop, Reggaeton, Rock und natürlich SEEED. Dickes B brachte die Menge zum Toben! Die Menge wollte die volle Palette und die bekam sie von uns.

Für jeden DJ für Hochzeiten oder Event-DJ gilt: Immer auf das Publikum achten!

Aber auch eine sehr gute Party kommt nun mal zu einem Ende und es ist alles andere als einfach als Event-DJ eine Bomben-Party „würdevoll“ zu beenden. Wir wurden darum gebeten eine halbe Stunde länger zu spielen, bei so einem partywütigen Publikum macht man das natürlich sehr gerne.

Gegen 04:15 Uhr packte ich drei Schätze aus meiner „wie-beende-ich-eine-geile-Party-Schatzkiste“ aus, um das Ende einzuläuten. Zuerst kam Mr. Jones von den Counting Crows, danach Walking In Memphis von Marc Cohn und das Ende gehörte dem Mann, der diese Saison wirklich weit oben auf der Wunschliste aller Hochzeitspaare zu finden war. Westernhagen. Freiheit, die Live-Version, schafft am Ende einer Party immer eine schöne Atmosphäre. Die Gäste wissen, dass der Abend vorbei ist, freuen sich aber darüber so einen tollen Song noch hören zu dürfen. Wie so oft, folgte auch in Berlin ein erfreuliches Klatschen von einem dankbaren Publikum als das Lied vorbei war. Lichter an. Musik aus. Party gerockt. Hunger!

Den obligatorischen Snack nach der Party gab es bei Curry 36, danach ging es ins Hotel, wir waren am Ende mit unseren Kräften, aber sehr glücklich darüber, dass wir positives Feedback von den Auftraggebern selbst und natürlich auch in Form einer vollen Tanzfläche bekommen haben.

Berlin war eine unheimlich tolle Erfahrung. Ich hoffe ich darf diese einzigartige Stadt bald als Event-DJ wieder mit meiner Musik beglücken.

Vielen Dank für’s Lesen, besucht mich wieder.

– Euer Freddy –